Projekt

Leitbilder – eines wie das andere?

«Gemeindeleitbilder sind doch alle gleich!» Diese Ansicht ist weit verbreitet – und sie ist unserer Ansicht nach falsch. Wir bei Federas entwickeln Leitbilder, die erstens zur Gemeinde passen, die wir begleiten. Und zweitens steckt in der massgeschneiderten Auseinandersetzung mit der langfristigen Perspektive einer Gemeinde ein grosses Potenzial für Behörde, Verwaltung und Bevölkerung.

Der Auftrag der Gemeinden ist gesetzlich definiert und vorgegeben. Es ist somit nicht weiter erstaunlich, dass sich die kommunalen Leitbilder inhaltlich gleichen und somit ähnliche Themen und Perspektiven aufnehmen. Trotzdem ist jede Gemeinde anders: Die Chancen und Herausforderungen für eine Gemeinde am rechten Zürichseeufer sind kaum vergleichbar mit jenen einer Berner Agglomerationsgemeinde oder einer Tourismusdestination in den Alpen. 

Entsprechend steht die vertiefte Analyse der Ausgangslage und der Umfeldentwicklung am Anfang eines Leitbildprozesses. Daraus lässt sich dann eine spezifische Vision für einen Zeithorizont von 10 bis 20 Jahren ableiten, die wiederum als Basis für die Legislaturplanung und das Massnahmenprogramm dient. Diesen Prozess gestalten wir individuell, indem wir die Bedürfnisse und Möglichkeiten der jeweiligen Gemeinde im Detail berücksichtigen und mit unserer Erfahrung aus anderen Prozessen begleiten: 

  • In der Gemeinde Küsnacht beispielsweise setzte sich der Gemeinderat während zwei Jahren immer wieder in Sitzungen und Klausuren mit seiner Vision für die Gemeinde auseinander und bezog dabei auch die Verwaltung und die Bevölkerung ein.
  • In der Gemeinde Worb hingegen bestand bereits ein Leitbild. Der Gemeinderat beschränkte sich darauf, es unter Einbezug der Verwaltung zu überprüfen und es zur Legislaturplanung zu nutzen. 
  • Die Exekutive der Gemeinde Lenk entschied sich dafür, innerhalb einer Klausur das bestehende Leitbild zu aktualisieren und in einer zweiten Retraite daraus ein Massnahmenprogramm für die neue Legislatur abzuleiten.

Am Ende resultierten Leitbilder, die die Individualität der Gemeinde spiegeln, sowohl im Inhalt wie in der Form. Zudem liegt unser Bestreben auch darin, in der Auseinandersetzung mit der Zukunft einer Gemeinde ein gemeinsames Verständnis innerhalb der Exekutive und der Verwaltung zu schaffen.

Es freut uns jedes Mal, wenn wir im Laufe des Prozesses beobachten können, wie nicht nur die inhaltliche Arbeit vorankommt, sondern auch die daran beteiligten Gremien sich entwickeln. Oft wachsen das gegenseitige Verständnis für die Themen und Herausforderungen der Ressorts, die Diskussionskultur verbessert sich und langwierige Grundsatzdebatten werden seltener. Und spätestens hier zeigt sich: Gemeinden sind sich zwar ähnlich – aber dennoch ist keine wie die andere.

von Dr. Michel Geelhaar

Dr. Michel Geelhaar